KREATIVES SCHREIBEN – VON DER IDEE ZUM BUCH

Du suchst nach einem kreativen Projekt für das “Corona-Jahr”? Du hast viel Fantasie und schreibst gerne? Wenn du schon immer ein Buch schreiben wolltest, aber nicht weißt, wie du anfangen sollst, dann solltest du unbedingt weiterlesen! Du findest hier eine Übersicht der verschiedenen Arbeitsschritte.

Ein Buch schreiben kann jeder – theoretisch …

Willst du allerdings ein gutes Buch schreiben, eins von denen, die in Buchläden stehen, die gekauft und tatsächlich auch gelesen werden, dann solltest du dich vorab mit einigen Regeln vertraut machen.

Der Traum vom eigenen Buch

  • Um eine Chance auf Erfolg zu haben, solltest du dir angewöhnen, jeden Tag zu schreiben. Schreiben muss einen festen Platz in deinem Tagesablauf haben. Mach es dir (ab sofort) zur guten Angewohnheit!
  • Sei dir darüber im Klaren, dass du längere Zeit an deinem Buch schreiben wirst. Wähle also besser ein Thema, für das du dich wirklich interessierst.

Mein Tipp: Je mehr du selbst erlebst, umso mehr hast du zu erzählen. Besser, als vor einem leeren Blatt zu sitzen ist es, wenn du etwas unternimmst. Vielleicht findest du inspirierende Orte.

  • Du solltest dir angewöhnen, in Zukunft immer etwas dabei zu haben, um Eindrücke und Ideen festzuhalten. Ich nutze dazu vorzugsweise Evernote. Evernote gibt es als App fürs Smartphone. Du musst nicht viel tippen, denn du kannst Sprachnotizen aufzeichnen. Evernote ermöglicht es dir von Smartphone, Tablet oder Computer auf deine Notizen zuzugreifen – alles was du dort abspeicherst wird automatisch synchronisiert.

Los geht’s …

Ich hoffe, du hast eine gute Idee für ein Buch. Hast du? Prima, denn das ist die erste Voraussetzung, um eine Geschichte zu verfassen. Wie wir alle aus Erfahrung wissen, ist jedoch nicht jede unserer Eingebung gut. Es kann also nichts schaden, wenn du weitere Ideen sammelst.

Je mehr Einfälle du hast umso besser ist es!

Natürlich kann (und wird) nicht jede deiner Ideen am Ende ihren Platz in deinem Buch finden. Damit deine Geschichte schlüssig und nachvollziehbar verläuft, musst du deine Einfälle ordnen. Ideen die nicht in dein Buch passen, solltest du aussortieren und vorerst zur Seite legen – wer weiß, vielleicht kannst du sie später für ein weiteres Buchprojekt gebrauchen.

Wenn du keine (oder nur wenige Ideen) hast, können dir folgende Methoden zu „Geistesblitzen“ verhelfen:

  •    Freewriting
  •    Brainstorming
  •    Sport
  •    Lesen
  •    Ein Spaziergang an der frischen Luft!

Bist du bereit? Gut strukturiert oder chaotisch und planlos?

Auch wenn du eine tolle Idee hast, hochmotiviert und voller Leidenschaft bist, du solltest nicht einfach drauflos schreiben. Das kann zwar gut gehen – muss es aber nicht … Besser du bereitest dich vor:

  • Entscheide dich für eine Erzählperspektive …
  • Überlege, welches Schreibprogramm du nutzen willst. Ich schreibe meine Manuskripte in yWriter. Während die Arbeit mit einem herkömmlichen Textprogramm schnell unübersichtlich wird, gibt die yWriter die Möglichkeit, strukturiert zu arbeiten.

Es macht Sinn, den Handlungsverlauf deiner Geschichte zumindest grob zu „skizzieren“. Besonders dann, wenn du an deinem ersten Buch arbeitest, kann es passieren, dass du nicht weiterkommst. Ein Umriss deiner Story wird dir dabei helfen weiter zu schreiben. Bedenke dabei, dass es immer eine Hintergrundgeschichte gibt.

Kreativität und Regeln

Schreiben ist ein kreativer Prozess, der dennoch bestimmten Regeln unterliegt. Was im ersten Moment wie ein Widerspruch klingt, ist bei genauerer Betrachtung notwendig, um deinem Buch die nötige Spannung zu verleihen.

  • Eine spannende Geschichte lebt von Konflikten und Komplikationen. Deine Hautfiguren wollen ein bestimmtes Ziel erreichen. Mach es ihnen dabei nicht zu einfach! Lass sie Hindernisse überwinden – eine Story ohne Probleme und Schwierigkeiten würde deine Leser langweilen.
  • Denk daran, deine Romanfiguren zum Leben zu erwecken. Beschreibe sie so perfekt wie möglich. Lass sie aktiv werden. Erschaffe einzigartige Charaktere, die sich von der Masse abheben. Beschreibe, was außergewöhnlich an ihnen ist.
  • Die Hauptfigur(en) deiner Geschichte solltest du besonders gut kennen musst – deine Leser wollen alles über sie wissen. Schreibe ausführliche Personenbeschreibungen. Beschreibe, wie dein Protagonist aussieht, wie alt ist er (oder sie) usw.
  • Wodurch werden die Personen in deiner Geschichte motiviert? Warum zum Beispiel ist deine Protagonistin eher schüchtern und lebt zurückgezogen. Warum ist jemand sarkastisch, warum hilfsbereit oder bösartig? Notiere die Gründe, aus denen sich deine Romanfiguren auf eine bestimmte Art und Weise verhalten. Gute Motive machen deine Geschichte glaubwürdig.
  • Soll deine Geschichte am Ende nicht nur spannend, sondern auch glaubhaft sein, musst du gründlich recherchieren.
  • Wenn du die Schauplätze deines Buches nicht vor Ort recherchieren kannst, dann nutze das World Wide Web: Die Orte, an denen sich deine Geschichte abspielen soll, kannst du mithilfe von Google Maps ausfindig machen – nutze Streetview, um dich mit der Umgebung vertraut zu machen. Einfacher ist es, wenn du Orte auswählst, die dir vertraut sind.
  • Die Schauplätze die du auswählst, sollten zu deiner Geschichte passen. Das Leben auf dem Land gestaltet sich völlig anders, als in einer Metropole. Beschreibe die Orte des Geschehens so bunt und detailliert wie mögliche, das gibt deinen Lesern das Gefühl, selbst dort zu sein. Schauplätze sind ein wichtiger Bestandteil deiner Story. Überlege, welche Orte dich in der Vergangenheit inspiriert haben.
  • Recherche zur Handlung: Wenn möglich, solltest du über Dinge schreiben, mit denen du dich auskennst. Kommst du jedoch an einen Punkt, an dem dein Wissen nicht mehr ausreicht, solltest du (wenn möglich) mit jemandem sprechen, der mit der Thematik vertraut ist. Findest du keinen gesprächsbereiten Experten, kannst du natürlich im Internet recherchieren. Oder du machst dich mal wieder auf den Weg in die nächste Bibliothek, denn dort findest du ganz sicher eine große Auswahl an geeigneter Fachliteratur. Zusätzlicher Pluspunkt eines Büchereibesuchs: Die Umgebung ist unglaublich inspirierend! Du weißt schon … dieser unwiderstehliche Geruch von Büchern …

Tage, Wochen oder Jahre? 

  • Lege den Zeitrahmen fest, in dem sich deine Geschichte abspielt. Willst du die Ereignisse chronologisch festhalten? Willst du mit Rückblicken arbeiten und zum Beispiel verschiedene Erinnerungen deiner Romanfiguren in die Handlung einfließen lassen? Es gibt keine Regel: Vom klar strukturierten Zeitablauf bis hin zu einer Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart ist alles möglich. Bedenke jedoch, dass Zeitsprünge deine Leser verwirren können. Achte darauf, dass deine Geschichte logisch und verständlich bleibt.

Handlungsverlauf – dein Plot

Grundsätzlich solltest du wissen, was an deiner Geschichte interessant und lesenswert ist. Überlege dir genau, welches Ziel dein Protagonist innerhalb deiner Geschichte erreichen will. Lege fest, auf welche Schwierigkeiten er stößt. Beschreibe, wer etwas tut und aus welchen Gründen er so handelt.

Bevor du mit dem Schreiben deiner Geschichte beginnst, solltest du

1.   deine Geschichte kurz zusammenfassen,

2.   das auslösende Ereignis beschreiben,

3.   den Höhepunkt festhalten,

4.   das Ende formulieren.

Versuche, jeden der vier Punkte so zu konkretisieren, dass du je Punkt nicht mehr als einen zusammenfassenden Satz schreibst.

Wenn du nicht weiterkommst, dann schau dir kurz an, wie Handlungen in der Regel aufgebaut sind:

  • Fast jeder Roman basiert auf verschiedenen Ereignissen. Entwirfst du deinen Handlungsverlauf, dann solltest du zumindest den Hauptkonflikt, die wichtigsten Ereignisse und die Wendepunkte deiner Geschichte festlegen. Beachte dabei, dass der Hauptkonflikt ausschlaggebend für die weiteren Ereignisse der Story ist.
  • Steht der Handlungsverlauf, dann solltest du damit beginnen, deiner Geschichte die nötige Dramatik zu verleihen.
  • Was dein Buch braucht, ist ein Spannungsbogen und der lässt sich hervorragend mithilfe eines Dramenmodells kreieren.

Zum besseren Verständnis findest du hier das verständliche und gut umzusetzende Modell eines Dramas: den „Dreiakter“:

1. Akt

Die Figuren werden vorgestellt, es kommt zum auslösenden Ereignis. Die Handlung kommt „in Gang“. Der erste Akt nimmt rund ein Viertel der Geschichte ein.

2. Akt

Der Höhepunkt naht: Die Ereignisse spitzen sich zu. Der Höhepunkt wird erreicht. Es kommt zu einer dramatischen Wende. Der zweite Akt umfasst rund die Hälfte der Story.

3. Akt

Das Finale: Einige besonders aufregende und dramatische Ereignisse folgen aufeinander. Eskalation. Auflösung. Und: Ende! Akt Nummer drei beansprucht das letzte Viertel deines Buches.

Also (bitte merken): Akt 1 = 25 % | Akt 2 = 50 % | Akte 3 = 25 %

Neben dem Dreiakter gibt es übrigens auch noch einen Fünfakter.

Aller Anfang ist schwer …

Einen spannenden Anfang für ein Buch zu finden, kann zur echten Herausforderung werden. Schließlich ist es der Beginn einer Geschichte, der darüber entscheidet, ob wir weiterlesen oder das Buch zur Seite legen. Lass dir Zeit! Wenn dir keine spannende Einleitung einfällt, lass diesen Teil deines Buches vorerst aus. Du kannst dich später damit befassen. Ich beispielsweise schreibe die Anfänge meiner Geschichten (sowie auch die Überschriften) immer zuletzt.

Worauf du beim Schreiben achten solltest:

  • Bildhafte Beschreibungen machen deine Geschichte lebendig.
  • Vermeide unnötige Adjektive!
  • Schreibe deine Sätze im Aktiv.

Lass deiner Fantasie freien Lauf!

Sei kreativ und schreib für den Anfang alles auf, was dir in den Sinn kommt. Kümmere dich nicht um Rechtschreibung und Grammatik – dazu hast du später noch Zeit. Zu Beginn ist es wichtig, dass du im „Schreibfluss“ bleibst. Sollte dir während des Schreibens auffallen, das deine Geschichte unlogische Abschnitte enthält, dann solltest du es – zumindest vorerst – dabei belassen. Korrekturen wären zu diesem Zeitpunkt reine Zeitverschwendung und würden dich unnötig aufhalten. Du musst dein Manuskript später ohnehin überarbeiten. Erfahrungsgemäß wirst du bei der Überarbeitung deines Manuskripts ohnehin einiges streichen. Vorerst ist wichtig, dass du die erste Fassung (die Rohfassung) deines Buches möglichst schnell zu Papier bringst. Wenn du damit fertig bist, dann solltest du mit deinem Manuskript das tun, was man gewöhnlich mit einen Hefeteig macht: ruhen lassen.

Abwarten und Tee trinken …

Schenke der Rohfassung deines Buches in den kommenden Wochen keine Beachtung. Du brauchst etwas Abstand, bevor du mit der Überarbeitung beginnst und solltest etwa ein bis zwei Monate warten, bis du dir dein Manuskript erneut vornimmst. Du wirst merken, dass dein Blickwinkel sich während der Wartezeit verändert hat. Dir wird einiges an deiner Geschichte  auffallen, was dir vorher entgangen ist.

Während du wartest kannst du:

  • dir überlegen, in welches Genre sich dein Buch einordnen lässt,
  • nach Testlesern für dein (überarbeitetes) Buch suchen und
  • mit einem neuen Projekt beginnen.

Viel Spaß beim Schreiben 🙂

Du hast es sicher schon bemerkt: Die neue Website vom CANARIAS SUN MAGAZINE befindet sich momentan in der Aufbauphase und es gibt noch so richtig viel zu tun. Es ist längst nicht alles dort, wo es hingehört und einige Beiträge sind bisher weniger ausführlich als geplant. Aber, das kommt noch! Keine Lust zu warten? Für mehr Inselinfos "to-go" kannst du dich gerne jederzeit mit mir in Verbindung setzen. Die Kontaktdaten (E-Mail, Telefon und WhatsApp) findest du unten.

Bis dahin wünsche ich dir viel Spaß beim Lesen ! Schön, dass du da bist ! SIRI von CANARIAS SUN

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